Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Betriebliche Informationssysteme
Aktuelle Forschungsprojekte

Aktuelle Forschungsprojekte

Adoption von innovativen IT-Dienstleistungen im Business-to-Business-Bereich

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Während bereits eine Vielzahl von Erkenntnissen über die Adoption von Innovationen auf Konsumentenebene existiert, sind diese Entscheidungen im Business-to-Business (B2B)-Bereich bisher nur unzureichend untersucht. Dies trifft insbesondere auf Dienstleistungsinnovationen zu, die sowohl für Anbieter von Sachgütern als auch von Dienstleistungen substantielle Wachstumsmöglichkeiten eröffnen.

Aufgrund ihrer Rolle als entscheidende Treiber für zukünftiges Wachstum über Branchengrenzen hinweg, ist das Verständnis von Einflussfaktoren auf Kaufentscheidungen der Kunden erfolgskritisch für Anbieter von Dienstleistungsinnovationen. B2B-Kaufentscheidungen werden durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst und sind daher sowohl aus Kundensicht als auch aus Sicht der Anbieterunternehmen äußerst komplex (z. B. werden diese Entscheidungen oft durch mehrere Personen in einem Buying-Center nach einem langen Auswahlprozess getroffen).

An dieser Herausforderung setzt das Forschungsvorhaben an. Es wird ein integriertes Modell zur B2B-Adoption von Dienstleistungsinnovationen am Beispiel der Softwareindustrie entwickelt. Die Softwareindustrie zeichnet sich hierbei durch die Vielfalt von unterschiedlichen Dienstleistungen im B2B-Kontext, dem hohem relativen Dienstleistungsanteil am Umsatz der Softwareunternehmen und der starken Innovationsaktivität aus. Mit Hilfe des Modells wird untersucht, wie Anbieter von Dienstleistungsinnovationen im B2B-Bereich die Adoption gezielt steigern und somit die schnelle Verbreitung ihrer Produkte im Markt erreichen können. 

Das Forschungsvorhaben wird in Zusammenarbeit mit Jun.-Prof. Dr. Nicolas Zacharias vom Fachgebiet Innovations- und Gründungsmarketing an der Technischen Universität Darmstadt durchgeführt.

Assoziiertes Mitglied im DFG-Graduiertenkolleg: Privatheit und Vertrauen für mobile Nutzer

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Mobile Informations- und Kommunikationstechnik ist angesichts der Verbreitung von Smartphones und Tablets nahezu allgegenwärtig; breite Bevölkerungsschichten machen sie sich zunutze. Am Verhältnis Nutzer – Netz wird aber zunehmend beklagt, dass Nutzerinnen im Sinne Gläserner Bürger immer durchsichtiger zu werden scheinen, das Netz mit seinen Bestandteilen aber immer undurchschaubarer.

Das beantragte Graduiertenkolleg (GRK) will wesentlich zur Umkehr dieses Trends beitragen, also für Nutzer besseren Privatheitsschutz und im Netz bessere Durchschaubarkeit ermöglichen. Privatheitsschutz soll auf persönliche Interessen zuschneidbar und gleichzeitig für Laien handhabbar werden; Zielkonflikte mit wirtschaftlichen oder öffentlichen Interessen sollen besser vereinbar werden. Durchschaubarkeit von Netzen soll unter dem Blickwinkel der Bewertung von Vertrauenswürdigkeit erforscht werden: Nutzer sollen das sie umgebende Netzwerk und seine Komponenten hinreichend verstehen und insbesondere anhand fundiert ermittelter Maße die zu erwartende Qualität einer Dienst- bzw. System-Nutzung sowie drohende Risiken bewerten können.

Koordinierte Forschung am Paar Privatheitsschutz–Vertrauensbewertung erscheint doppelt geboten: wegen der Korrespondenz zum Paar Nutzer–Netz und weil als Ergebnisse einerseits Transparenz-verringernde, andererseits Transparenz-erhöhende Methoden erwartet werden; im Zielkonflikt stehen diese spätestens dann, wenn Nutzer auch als Dienstanbieter auftreten. Privatheit und Vertrauen sind seit Jahrhunderten gesellschaftlich relevante Themen, weshalb ein interdisziplinärer Ansatz unabdingbar erscheint. In interdisziplinären Projekten sollen daher Forscherinnen aus der Informatik mit solchen aus Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Soziologie und Usability-Forschung zusammenarbeiten.

Eine wichtige technische Vision des GRK bilden neuartige Mobilgeräte unter größtmöglicher Nutzer-Herrschaft. Sie sollen die Nutzerin im digitalen Netz vertreten, Privatheit und Vertrauensbewertung regeln, zwischen Nutzer- und Dienstanbieter-Interessen verhandeln und spontane Vernetzung kontrollieren. Neue Ansätze für solche Mobilgeräte, für vernetzte IT-Dienste, für soziale Netze und für sensorgestützte Umgebungen sollen erforscht werden.

Weitere Informationen zum bearbeiteten Arbeitspaket hier.

Erfolgsfaktoren und Bewertung kundendatenbasierter Dienste

Gemeinsam mit dem Fachgebiet Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt und der Deutschen Bahn AG wird in diesem Forschungsprojekt untersucht, welche Faktoren die Akzeptanz kundendatenbasierter Dienste beeinflussen. Wesentlich ist für die Akzeptanz solcher Dienste die Menge der Daten, die zur Nutzung des Dienstes notwendig und daher von einem potenziellen Kunden preiszugeben ist.

Grundsätzlich sind für einen Dienst verschiedene Szenarien denkbar, in denen die fehlende Akzeptanz der Kunden zum Problem werden kann: Einerseits besteht die Möglichkeit, dass die angebotenen Dienste auf eine große Menge an Kundendaten angewiesen sind, damit das entsprechende Angebot – z.B. durch Personalisierung der Inhalte – zur Verfügung gestellt werden kann. In einer solchen Situation besteht allerdings die Gefahr, dass Kunden die Preisgabe dieser Datenmengen als so starken Eingriff in ihre Privatsphäre wahrnehmen, dass der zusätzliche Nutzen überkompensiert wird. Andererseits ist auch das gegenteilige Szenario denkbar: Falls sich ein Unternehmen dafür entscheiden sollte, keine oder nur geringe Datenmengen ihrer Kunden in den angebotenen Diensten zu verwenden, könnte der Nutzen dieser Dienste im Vergleich zu Konkurrenzangeboten gegebenenfalls zu niedrig sein, sodass die Dienste nicht genutzt werden würden.